#Dreizehn

Jetzt, ohne leere Paraphrasen und dergleichen, mitunter missend jeglicher Versuch sich in einen Moment des absoluten nicht vorhandenen Inhalt sich zu verlieren, hier vorgeführt ein Schauspiel, gar voller epischer Erzählung und Moral die einen bis auf das innerste erschüttern, jawohl, bis auf das Mark, so sei ein jeder doch zuvor gewarnt, bevor man sich in das nun folgende stürze, mag es doch einen in seinem Kontext in sich verwirren.

So ist nun eine kleine Einleitung für das Stück an sich von nöte, war ich doch Zeuge als es sich abspielte auf dem Asphalt dieser Straßen, vorgeführt von einer kleinen Gruppe aus Süddeutschland ausgewanderten Personen, mangelnd jeglicher Ausstattung im Sinne einer professionell Theatervorführung doch im Gegensatz solch gehobener, ja mag manch einer im Zorne sie eitel nennen, so voller Emotionen und ganz und gar glaubhaft. Keinen Zweifel gab es, dass das Stück, so wie es zu jener Zeit vorgeführt an Perfektion grenzte und es nur durch die Anwesenheit unbekleideter Personen noch hätte aufgewertet werden können. Jedoch muss ich in just diesem Moment um Verzeihung bitten, handelte es sich bei den Schauspielern doch um Süddeutsche mit ihren eigenem Dialekt und so ist es mir nicht fähig aufgrund eben jenen soeben genannten Dialektes den exakten Wortlaut wiederzugeben.

Bleibt zuletzt vor dem Szene, die ich präsentieren will - zwar nur ein Auszug aus dem ganzen, aber doch bei weitem meine liebste, denn das ganze Stück hier vorzuführen wäre undenkbar, ist doch der bloße Text, der diese Geschichte webt nur ein Teil des ganzen, fehlen ihm jegliche tiefere Emotionen die manch so ein begnadeter Schauspiel ihm entlocken vermag, gar ein Frevel ein Theaterstück als Literatur zu vergewaltigen! - an sich noch eines zu klären; die Charaktere die sich in diesem perfiden Spiel sich der Lust in diesem wahrlich genialen Spiel aus Intrigen und Moral sich verkrümmen um zuletzt nur dem Schrecken der inhumanen Natur des Menschen zu entkommen. Zu nennen wären hierbei zuerst Graf von Erzburgen, eine fiktionelle Provinz angesiedelt im Südosten Deutschlands, ein kleines Schloss umrungen von Wäldern und Feldern, an sich ein schrecklich unschuldiger Ort, fernab von der nächstliegenden Stadt, doch wie so oft trügt der Schein, denn der garstig Graf von Erzburgen ist durch und durch verkommen, so spinnt er jeglich für seine Amüsantz allein Intrigen unter seinen Dienern und Bekannten, so dass es vor der zu Szene, die ich alsbald präsentiere zu einem Mord zwischen ehemaligen Freunden kommt, angespornt zur Konkurrenz durch den Graf von Erzburgen. Der Diener Jeroch Arikmar ist eben jener genannte Mörder, ein junger Bursche in seinen besten Jahren und Protagonist dieses Stückes. Er sehnt sich nach Freiheit, um mit der Fürstin von Emmerich, in die er unsterblich verliebt ist dem totalitären System zu entkommen, jedoch erwidert sie seine Gefühle nicht und benutzt ihn nur als Spielball um sich an ihm zu belustigen. Die Szene – alsbald wird sie folgen, werter Leser, hab Geduld, hab Geduld! - spielt am selben Tage, an dem der junge Jeroch seinen besten Freund aus Eifersucht heraus mit einer stumpfen Holzlatte erschlagen hat. Zuletzt wäre da noch Jeroch´s Meister Mordakain, ein alter wohlhabener Herr, der gierig nach jeglichem Wissen lächtzt und deswegen seinen Diener Jeroch auf so manch gefährliche Reise schickt um seinen eigenen Durst zu stillen. Folgende Szene ist sein einziger Auftritt im gesamten Spiel, dementsprechend ist dieser Charakter, im Gegensatz zur Glorie des restlichen Stückes verhältnismäßig unausgereift, dem entsprechend ein Pardon meinerseits im Namen des unerreichbaren Autors.


[Szene 14]

Im Schloß des Grafen. Ein spärlich eingerichtetes Zimmer mit simplen Bett und einem Holztisch mit 2 Stühlen, ein offenes Fenster hinter dem Tisch. Es ist spät am Abend. Mordakain sitzt am Stuhl, vor ihm ein leerer Teller mit Nahrungsresten. Graf Erzburgen geht ungeduldig im Zimmer umher.

Graf Erzburgen: „Wann kommt er, euer Gehilfe,Mordakain? Sagtet ihr nicht, bald, sehr bald, wird er kommen, euer treue [..] was wart nun sein Nam´?“

Mordakain: „Jeroch. Aber nun setzt euch doch,wert´ Herr,wirts einem doch schwindelig beim bloßem zusehen. Gut für die Hüften ist´s nicht, bringts doch eure gelbe und schwarze Galle ins ungleichgewicht!“

Graf Erzburgen: „Galle,Galle! Wie könntér nur daherreden, als wäret ihr mein Doktor! Nein, nein! Sollts´ euer treuer Gehilf nicht alsbald erscheinen, das bringt meine Säfte durcheinander! Überhaupt, wie sitzt ihr nur da, im Zustand völliger Ruh´, was wenn eurem treuem Jeroch was zugestossen ist? Ein Pack Wölf könnt ihn gerissen, oder er hats sich beim Sturz Arm und Bein gebrochen!“

Mordakein: „Verschonter mich mit seinen Horrorgeschichten, Graf von Erzbergen! Ists noch nicht genug, dass er mich mit seinem elendigen Umherlaufen nervös macht,nein! Und nun, setzeer sich, sonst geschieht es bald um mich!“

[Graf Erzbergen setzt sich auf den freien Stuhl]

Graf Erzburgen: „Gut gut, also gut..“

Mordakein: „Nun der Herr Graf von Erzbergen, eines, das interessiere mich. Warum interessiert´ ihr euch so sehr um das, was ich men Diener aufgetragen hab herauszufinden? Ists womöglich heraus aus dem gleichen Grund wie der meine? Oder [..] oder nur heraus aus Koriosität um ein weng Zeit todzuschlagen?“

Graf Erzburgen: „Sag ich´s so wie es ist. Nein, ist es nicht nur die elend Vertreibung von Zeit, die achso wertvoll doch dem einzeln sein sollt´. Nein, muss ich das Wissen erfahren, das eur Diener hoffentlich alsbald vorträgt´, ist´s doch für mein und natürlich euer Wohlbefindn durchaus von witchtigkeit.“

Mordakein: „Doch nur zu welch Grund, Graf von [..]“

[Es wird an der Tür geklopft.]

Jeroch: „Meister Mordakein, ich bin´s, euer Diener Jeroch!“

Mordakein: „Gut, gut [...] tritt ein,men jung!“

[Jeroch tritt ein]

Mordakein: „Sehe er, werter Graf von Erzburgen, auf den Jung´ is verlaß! Und nun,tritt heran men jung´ und trag vor, was der Magistrat über den Additivus zu berrichten hatte.“

Jeroch: „Nun, also [...] zumächst, da war´s doch recht schwer, den werten Herr Magistrat davon zu überzeugen [...]“

Graf Erburgen: „Jetzt Spann einen nicht weiter auf die Folter, sondern´ berricht davon, was der Magistrat über den Additivus zu sagen hat´, wohl sonst verliert man sich hier noch in unwichtigen

trivialen Dingen,die an sich zwar ganz hübsch sein mög´n, aber nicht der Grund ist, warum wir eigentlich hier sind!“

Jeroch: „Der Magistrat [...] er sagte mir, um des Additivus Sympathie für sich zu gewinnen, so müsse man zum Berghrolt an der Brechtstraße reisen, die seien in der Lag´, natürlich im gegenzug von Bezahlung´ auf ein Stück Papier etwas draufzuschreiben, was nur der Additivus verstehn würd´, was man gleichem geben sollt.“

Mordakein: „Also kann der Additivus mit diesem Stück Papier [...]“

Jeroch: „Ist´s viel mehr eine Karte, als ein Stück Papier, ei kleines Stück.“

Mordakein: „Ergo ist der Additivus beeinflußbar, indem man ihn mit Kart´ bezahlt?“

Jeroch: „Ist´s auch möglich ihn direkt zu bezahlen, aber er ziehts´doch persönlich vor mit einer Karte bezahlt zu werden.“

Graf Erzburgen: „Ah das ist´ ja herlich, ja, mag man sagen wunderbar!“

[Graf Erburgen steht auf]

Graf Erzburgen: „Sobald am morgigen Mittag die Sonn´ im Zenit steht, so werd ich aufbreichen mitsamt Kutsch und Geleit und so möcht ich, aus Dank heraus dass ich nicht selbst aufbrechen musst um den Magistrat zu befragen sie werter Herr Mordakein herzlich einladen, mich zu begleiten, so muss Niemand die schwerrlich weite Reise zu Fuße bestreiten.“

Mordakein: „Mein´ besten Dank, werter Graf von Erzburgen, gern nehm ich dies großzügige Angebot entgegen.“

Graf Erzburgen: „Natürlich gillt die Einladung auch für dich, Jeroch. Und nun, mit Verlaub, so ist die Stund doch schon spät und man will sich am Ende eines langen Tages wie diesen zur Ruhe legen.“

[Graf Erzburgen tritt ab]

Mordakein: „Ich traue ihm nicht, dem Graf, er hat bestimmt etwas im Sinne, eine Hinterlist womöglich. Wohlauchimmer, hatte der Magistrat noch etwas anderes zu sagen, als dass man den Additivus mit einer Karte bezahlen könne?“

Jeroch: „Nein, Meister. Alles, was er mir mitteilte, war, das man den Additivus mit einer Karte bezahlen könnt, diese Karte darf allerdings nur von Meisterhand des Berghrolt aus der Brechtstraße mit persönlicher Signiz des selbe stammen, ansonst´s akzeptierts der Additivus nicht, was heißt das man ihn nur mit bestimmten karten bezahlen kann.“

Mordakein: „Dank dir, mein jung´ [...] Die Stund is spät, am besten wärs, du findest nun etwas ruh, vor dem morgigen Tag, er wird lang und anstrengend.“

Jeroch: „Sehr wohl, Meister.“

[Jeroch und Mordakein treten ab, Szene endet]


In diesem Sinne

Angenehme Alpträume


Post scriptum : soeben vollendete Inszenierung sollte keinen tieferen Sinn haben, was man an diversen einzelnen Namensvergebungen eigentlich hätte feststellen müssen. An sich ist das ganze ein gar ominöser „Insider“ ,der an eine noch kleinere Gruppe gerichtet ist als die sich den lyrischen genozid ,der hier auf unregelmäßiger Basis stattfindet, selber aussetzen, was darauf hinausläuft das anstatt eine maximale Anzahl eines gegebenen Publikums von fünfen wahrlich nur zwei mit dieser Thematik angesprochen werden.

19.1.09 19:34

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Devox / Website (24.6.09 12:16)
Hula, was für ein Wortfluss. gradezu episch. und überfordernd. danke für das post scriptum, das hat mich davor bewahrt an meinen Geistesfähigkeiten zu zweifeln.

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